Die steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg GmbH hat in der Hein-Hoyer-Straße 45-47 ein historisches Gebäude, das zwischen 1839 und 1845 errichtete Sahlhaus, saniert, modernisiert und aufgestockt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude in St. Pauli Nord bis zum ersten Obergeschoss zerstört, im zweiten Obergeschoss blieb nur die Vorderfassade bestehen. Im Gebäude befinden sich zwei Gewerbeeinheiten sowie vier sehr kleine Wohnungen, die dem heutigen Wohnstandard nicht mehr entsprechen.

Erhalt der historischen Bausubstanz

In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz entstand daraus ein Entwurf, der die Merkmale einer Vorstadtbebauung der damaligen Zeit erhält sowie sich gleichzeitig der aktuellen, durch fünfgeschossige Nachbarbebauung geprägten städtebaulichen Situation anpasst. Das charakteristische Erscheinungsbild eines Sahlhauses bleibt somit erhalten und dokumentiert die Entstehungszeit des Gebäudes.

Die Baumaßnahmen umfassen neben einer Aufstockung u.a. die Instandsetzung der historischen Backsteinfassade, die Dämmung der Rückfassade, die Erneuerung der Haustechnik sowie die generelle Ertüchtigung der Gebäudekonstruktion. Der schwierige Baugrund machte eine umfangreiche Ertüchtigung der Fundamente durch eine Pfahlgründung notwendig.

Unzureichender Baugrund – ein Fall für ERKA Pfahl

Hier kam wieder Spezialtiefbauer ERKA Pfahl aus Baesweiler ins Spiel. Der ERKA-Pfahl ist ein bewährtes System für Nachgründungen (z.B. nach Nutzungsänderung oder Gebäudeaufstockung) und kann auch zur Unterfangung benachbarter Gebäude als Baugrubensicherung eingesetzt werden. Aufgrund geringen Platzbedarfs und kleiner Maschinen eignet es sich gut für schwer zugängliche Örtlichkeiten. Bei dem innovativen ERKA-Segmentpfahl (Nut-/Feder-System) werden Segmente so lange in die Erde gepresst, bis die Pfähle die notwendige Gebrauchslast sicher tragen. Evtl. Schiefstellungen an Bauwerken können mit dem System gleich mit korrigiert werden. Durch die aktive Vorpressung der Segmentpfähle wird – auch unter widrigen Umständen – eine nahezu setzungsfreie Tiefgründung hergestellt. Dadurch wird dem Bauherrn ein hohes Maß an Schadensfreiheit garantiert. Das hydraulische Einpressverfahren ist zudem oft die einzige Möglichkeit, Pfähle erschütterungsarm in den Baugrund einzubringen.

Nachgründung mit 28 Pfählen

Normalerweise werden bei einer Nachgründung kleine Baugruben ausgeschachtet und unterhalb des Fundaments entsprechend der statischen Berechnung hydraulische Pressen positioniert. So lässt sich eine gute Lastverteilung zwischen Fundament, Bodenplatte und (Keller-) Wand erreichen. Bei dieser Baumaßnahme in St. Pauli hatten es die Tiefbau-Profis aus Baesweiler aber mit organischen Weichschichten aus Torf und Mudde, humosen Sanden sowie sehr hohen Stauwasserständen bis ca. zwei Meter unter der Sohle zu tun, dadurch mussten die Pfähle weiter oben – oberhalb der Kellersohle – angesetzt werden. Die Pfähle wurden daher im Mauerwerk angesetzt, dazu waren Kernbohrungen durch die Fundamente sowie teilweise eine vorherige Erneuerung des vorhandenen Mauerwerks erforderlich.

Insgesamt 28 Pfähle – jeder etwa neun bis zehn Meter lang – wurden so vor Beginn der Moderniserungsmaßnahmen und der Aufstockung unterhalb des historischen Sahlhauses eingebracht. Bei 27 Pfählen wurde die statisch erforderliche Vorpresslast für die komplette Aufstockung bereits problemlos erreicht. Aufgrund der zwangsweise dichten Anordnung der Pfähle im engen Keller konnte bei einem Pfahl die erforderliche Last zunächst nicht erreicht werden – es bestand die Gefahr, das Gebäude an dieser Stelle zu beschädigen. So musste man zunächst den Rohbau der Aufstockung abwarten und anschließend den letzten Pfahl bis zur erforderlichen Traglast nachpressen, was dann sechs Monate später auch geschah.

Inzwischen sind in der Hein-Hoyer-Straße neben den weiterhin vorhandenen Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss insgesamt acht ansprechende Wohnungen mit Balkonen durch die steg entstanden.

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